Am 05. Juni 2024 fand ein bedeutendes Treffen zum Thema Rechtsextremismus an Schulen statt, das von Staatsministerin Reem Alabali-Radovan und Staatsminister Carsten Schneider organisiert wurde. An diesem Austausch nahmen die Vorsitzenden der Landesschülervertretungen der ostdeutschen Bundesländer teil. Der Dialog unterstrich die Dringlichkeit, dieses gesellschaftlich relevante Thema an den Schulen der Region zu adressieren und zu bekämpfen.
Rechtsextremismus bleibt eine anhaltende Herausforderung für die ostdeutschen Bundesländer, besonders in Schulen, wo Jugendliche zunehmend mit extremistischen Ideologien konfrontiert werden. Die Bundesbeauftragte für Antirassismus, Reem Alabali-Radovan, sowie der Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Carsten Schneider, waren begeistert und schockiert von dem Positionspapier der ostdeutschen Landesvertretungen, sodass eine Einladung in das Bundeskanzleramt folgte.
Die Vertreter*innen der ostdeutschen Landesschülervertretungen teilten ihre Eindrücke und Erfahrungen aus ihren jeweiligen Schulen. Besonders betont wurden:
- Zunahme rechtsextremer Vorfälle: Berichte über rassistische und diskriminierende Vorfälle häufen sich, wobei rechtsextreme Symbole und Parolen vermehrt in Klassenzimmern und Schulhöfen zu sehen sind.
- Unzureichende Unterstützung: Viele Schüler*innen und Lehrkräfte fühlen sich im Umgang mit rechtsextremen Vorkommnissen allein gelassen. Es mangelt an klaren Handlungsstrategien und Unterstützung durch Schulbehörden.
- Fehlende Aufklärung: Es besteht ein erheblicher Bedarf an umfassender Aufklärung über Rechtsextremismus. Schüler*innen wünschen sich Workshops, Projekttage und langfristige Bildungsangebote, um die Hintergründe und Gefahren extremistischer Ideologien besser zu verstehen.
In der Diskussion wurden verschiedene Ansätze vorgestellt und diskutiert, um dem Problem entgegenzuwirken:
- Fortbildung für Lehrkräfte: Es soll verstärkt in die Weiterbildung von Lehrer*innen investiert werden, damit diese besser auf rechtsextreme Aktivitäten reagieren und präventiv tätig werden können.
- Schulinterne Projekte: Die Einführung und Unterstützung von Projekten und Initiativen, die Demokratiebildung und Diversität fördern, wurde als eine der zentralen Maßnahmen hervorgehoben.
- Schüler*innenbeteiligung: Die aktive Einbindung von Schülervertretungen in die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen gegen Rechtsextremismus soll verstärkt werden. Dies fördert nicht nur das Verantwortungsbewusstsein, sondern auch die Wirksamkeit der Programme.
- Stärkere Vernetzung: Der Austausch zwischen Schulen, Zivilgesellschaft und politischen Institutionen soll intensiviert werden, um Wissen und Ressourcen effektiv zu bündeln.

Reem Alabali-Radovan beim Treffen mit Schülervertreterinnen und Schülervertretern im Bundeskanzleramt, Berlin Deutschland, 05. Juni 2024.
Credit: Bundeskanzleramt / bundesfoto / Christina Czybik