Philosophie statt L-E-R: Für eine moderne und zukunftsorientierte Wertebildung

Der Landesschülerrat Brandenburg setzt sich für eine Reform der Wertebildung im brandenburgischen Schulsystem ein. Wir plädieren für die Abschaffung des Fachs Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (L-E-R) und die Einführung von Philosophie als verpflichtendes Unterrichtsfach ab der 5. Jahrgangsstufe.

Philosophie fördert das kritische Denken, die Fähigkeit zur Reflexion und die Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen des menschlichen Daseins. Diese Kompetenzen sind essenziell, um Schüler*innen auf die Herausforderungen einer komplexen und sich stetig wandelnden Welt vorzubereiten.

„Die Einführung von Philosophie als Schulfach ermöglicht es uns, tiefgründig über unsere Werte und Überzeugungen nachzudenken und fördert eine offene Diskussionskultur“, betont Stefan Tarnow, Sprecher des Landesschülerrats Brandenburg, „Es ist an der Zeit, unser Bildungssystem entsprechend anzupassen“.

Als Alternative zur vollständigen Umstellung auf Philosophie schlagen wir vor, das bestehende L-E-R-Fach inhaltlich zu überarbeiten und bis zur 12. Klasse anzubieten. Dabei sollten die Lehrkräfte eine erweiterte Lehramtsbefähigung für die Sekundarstufe II erhalten, um den Unterricht bis zum Abitur kompetent gestalten zu können.

Eine weitere Option wäre die Einführung eines kombinierten Abschlusses für L-E-R und Philosophie. In diesem Modell würden Lehrkräfte bis zur 9. Jahrgangsstufe L-E-R unterrichten und ab der 10. Jahrgangsstufe Philosophie bis zum Abitur anbieten.

Unabhängig vom gewählten Modell ist es unser Ziel, eine Bildung zu fördern, die kritisches Denken und ethische Reflexion in den Mittelpunkt stellt. Wir fordern die Verantwortlichen auf, diese Reformvorschläge ernsthaft zu prüfen und gemeinsam mit uns die Weichen für eine zukunftsorientierte Bildung in Brandenburg zu stellen.

Ein Kommentar

  1. Liebe Mitglieder vom LSR,
    ich kann euch häufig zustimmen, aber diesmal verstehe ich das Ansinnen nicht wirklich. Bereits jetzt ist es möglich Philosophie als Fach in der Oberstufe zu belegen. Und fast alle Themen lassen sich auch in LER oder später in Geschichte (Staatsphilosophie) oder PB (Fragen von Freiheit etc.) behandeln
    Wenn man Philosophie oder LER in Klasse 10 am Gymnasium anbieten würde, müsste dies zweistündig erfolgen (wie die anderen Fächer auch). Wenn man die Stundentafel nicht erhöhen will, bedeutet sich, dass andere Fächer weichen müssen. Bereits mit der Einführung von LER wurde das Fach PB als Ankerfach der Demokratiebildung marginalisiert und findet z.B. an einem Gymnasium im Speckgürtel nur in Klasse 8 mit einer Stunde und in Klasse 10 mit zwei Stunden statt – LER hingegen von Klasse 7 bis 9 sechs Stunden und damit doppelt so viel. Ich habe dazu noch weitere Beispiele, dass PB häufig kaum stattfindet. Eine „offene Diskussionskultur“ und das „Nachdenken über Werte“ kann in diesem Fach sehr gut geschehen – wenn es stattfindet.
    Vielleicht wäre es sinnvoller, das Fach Politische Bildung zu stärken.

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